Auf dem Weg zum eigenen Buch – Verlag vs. Selfpublishing (2)

Selfpublishing

Durch die zunehmende Digitalisierung ist es inzwischen sehr einfach, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Die Zeit, die das eigentliche Schreiben einnimmt mal nicht mit eingerechnet, kostet es im Grunde nur noch wenige Klicks und jeder kann dein Buch kaufen. Und das zunächst ganz ohne Kosten für dich. Klingt toll, oder? Immerhin erreicht man über Social Media tausende von Menschen. Warum also überhaupt damit herumärgern, einen Verlag zu finden, welcher dann auch noch Anteile des Buches erhält?

Ganz verlockend also das Ganze. Jedoch, was wäre ein Vergleich ohne ein ‘aber’. Bevor man sich in das Abenteuer Selfpublishing stürzt, gibt es ein paar wichtige Fragen, die du dir stellen solltest:

– Welche Formate will ich unbedingt haben?

– Wie finanziere ich mein Selfpublishing?

– Wie ist das mit der ISBN Nummer? 

– Welche Möglichkeiten habe ich, das Buch selbst zu vermarkten?

– Kann ich selbst ein ansprechendes Cover gestalten?

– Lektorat/Korrektorat ja/nein?

Natürlich haben auch wir uns diese Fragen alle gestellt:

Welche Formate wollen wir haben?

Nur ein eBook oder doch lieber auch eine gedruckte Variante?  (Taschenbuch? Hard-/Softcover?) 

Bevor man sich durch die Liste der Anbieter für Selfpublishing klickt, ist es ganz hilfreich, wenn man sich dessen schonmal sicher ist. Einige bieten beispielsweise ‘nur’ die Veröffentlichung als eBook an, andere beispielsweise auch Book on Demand (Also ‘Druck auf Bestellung’). Das muss im Endeffekt jeder für sich entscheiden. 

Da wir beide gerne gedruckte Bücher in den Händen halten (Ferra besitzt nicht mal einen eBook-Reader und schämt sich nicht mal dafür!) wäre eine Book on Demand- Variante schon eine schöne Sache.

Wie können wir das Selfpublishing finanzieren?

“Moment! Stand ganz oben nicht eben noch, das kostet mich nix?!”

Stimmt grundsätzlich. Wenn man ein eBook veröffentlichen will, kann man das zunächst, ohne das einem dafür irgendwelche Kosten entstehen. Aber: Dann hat das Buch kein Korrektorat/Lektorat, kein professionelles Cover, und Werbung hat man auch noch nicht dafür gemacht.

Kein Problem, mag da manch einer Denken. Dachten wir anfangs auch.  Allerdings wird man für eigene Fehler recht schnell betriebsblind, das haben wir schon häufiger feststellen müssen und keiner liest gerne ein Buch, indem beispielsweise auf den ersten Seiten schon etliche Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler sind. Kommen dann im Verlauf zum Beispiel auch noch Logikfehler im Storyverlauf dazu, kauft der Leser sicher kein zweites Buch mehr. Egal wie gut die Geschichte ist.

Ein Korrektorat/Lektorat kostet Geld.

Wenn man sich nicht zutraut ein eigenes Cover zu entwerfen, kostet auch das Geld. (Und ein gutes Cover ist wichtig, da es immerhin das erste ist, was potenzielle Leser sehen)

Last but not Least kann auch Werbung Geld kosten, wenn man diese nicht nur auf Social Media beschränken möchte.

Somit ist man ganz schnell bei einem ordentlichen Sümmchen angekommen, dass man erstmal stemmen muss.

Wie ist das mit der ISBN-Nummer?

Rein theoretisch braucht man die nicht. Aber ohne ISBN findet kein Buchhändler dein Buch in seinen Listen und der Verkauf läuft allein über dich. Unserer Meinung nach keine wirkliche Option.

Zumindest eBooks erhalten bei Selfpublishing-Anbietern meist kostenlos eine ISBN zugewiesen. Bei gedruckten Auflagen kommen oft noch zusätzliche Kosten dazu die variieren können.

Welche Möglichkeiten haben wir, das Buch selbst zu vermarkten?

Werbung ist wichtig, denn ein Buch kaufen kann man nur, wenn man überhaupt weiß, dass es existiert und zudem auch neugierig auf den Inhalt gemacht wird.

Hat man nun über Social Media schon eine große Fangemeinde, hat man in diesem Punkt einen bedeutenden Vorteil. 

Ist man hingegen bisher nur wenig präsent gewesen, wird das ganze schon deutlich schwieriger. Das ganze wird dann schnell sehr zeitaufwändig und kann auch, wie oben schon erwähnt, weitere Kosten entstehen lassen (Flyer drucken lassen, Visitenkarten usw.). Das ist zwar kein Muss, aber unserer Meinung nach ist in diesem Fall Mehr eben wirklich mehr. 

Covergestalltung

Das erste was man sieht, ist das Buchcover. Die Wirkung von selbigem ist also nicht zu unterschätzen. Veröffentlicht man bei einem Verlag, wird einem dieser Punkt abgenommen. Beim Selfpublishing sollte man sich hingegen gut überlegen, ob man sich selbst an ein Cover wagt, oder ob man nicht doch lieber einen Profi damit beauftragt (>Zusatzkosten)

Lektorat/Korrektorat Ja/Nein?

Wie bei der Kostenfrage bereits erwähnt: Unserer Meinung nach definitiv, ja! Zumindest wenn es finanziell zu stemmen ist (ein Lektorat ist, je nach Buchdicke, nicht ganz billig!) Es wirkt einfach deutlich professioneller. Zumindest für das erste Buch, durch das quasi auch entschieden wird, ob die Leser eventuell weitere Bücher kaufen, sollte das wert sein. Gerade in einer Zeit in der es eben für jeden ohne weiteres Möglich ist seine Geschichte zu veröffentlichen.


Man sieht also,  ganz so einfach ist das Ganze dann doch nicht. 

Hier zum Vergleich nochmal eine Pro- und Contraliste:

Pro

  • Alleinige Rechte an deinem Buch
  • Völlige Freiheit bei der Covergestaltung und dem Klappentext
  • Keiner, der vielleicht auf Änderungen besteht (Titel, Charakternamen…)
  • Du bestimmst selbst, wie du für dein Buch Werbung machst
  • Höhere Einnahmen pro verkauftem Buch

Contra

  • Man muss selbst in Vorkasse gehen (Lektorat, Vermarktung…) ohne Garantie diese Kosten wieder zurück zu bekommen
  • Eventuell ein Cover, das den Markt nicht anspricht, weil man damit keine Erfahrung hat
  • Selbiges gilt für einen ansprechenden Klappentext
  • Werbung kann kostspielig und vor allem sehr zeitintensiv sein!

Man sollte sich in jedem Fall bewusst sein, dass man bei einer Selbstveröffentlichung nicht nur die Arbeit mehrerer Leute übernehmen muss, sondern dass man, je nach eigenen Ansprüchen, auch erstmal Geld in Vorleistung erbringt, mit dem Risiko dieses nicht wieder rein zu bekommen. Einige Vorteile können gleichzeitig auch Nachteile sein. 

Dank diverser Anbieter, die inzwischen auch anbieten, das Buch erst dann zu drucken, wenn es bestellt wird, spart man sich zumindest die Kosten für Druck und Lagerung. Allerdings bleiben dabei unterm Strich auch weniger Einnahmen übrig, als wenn man beispielsweise eine Kleinauflage drucken lässt.


Fazit: Sowohl Verlage wie auch Selfpublishing haben deutliche Vor- und Nachteile. Hier gilt es vorab für sich abzuwägen, was man tatsächlich erreichen will und wo die eigenen Prioritäten liegen.

Unsereins hat sich nach etlichen Diskussionen für das Abenteuer Selfpublishing entschieden und spart jetzt schonmal fürs Lektorat

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